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Donnerstag, 29.07.2010

Heimatverein Untergrombach

NS-Zeit und Kriegsende:
Die Flakstellung am Rötzenweg

Nach dem BNN-Bericht vom 1. September, über die Granatenfunde im Bereich des Neubaues der Grund und Realschule, meldeten sich mehrere Zeitzeugen über weitere Flakstellungen entlang der Bahnlinie Karlsruhe-Bruchsal, ja eine Person machte dazu äußerst exakte Angaben. So befanden sich neben der „Schul"-Flakstellung zwei weitere Stellungen am 1. Hardweg, der heutigen Joß-Fritz-Straße, in Höhe des Baggersees. Aber eine Stellung am Rötzenweg, gegeniiher dem heutigen Grüngutplatz, war zur Flugabwehr mit insgesamt sieben Teilanlagen vollständig ausgebaut. Diese 8,8cm-Flak verSCHÖSS Ttill einer Zeitverzögerung Sprenggranaten gegen die langsam- und hochfliegenden Bomberflotten. Die Folge war, dass auf die Untergrombacher Dächer öfters ein Splitterregen niederging. Hierzu das Foto eines definierten Granatsplitters von 9 cm Länge und SO Gramm Gewicht. Die Stellung bestand aus einer 8,8 cm-Flak, daneben, der in einer runden, wallartigen Vertiefung liegende Scheinwerfer von ca. 40 cm Durchmesser und weiter abseits eine Vierlingsflak, sie verschoss im Dauerfeuer Munition von ca. 5 cm Durchmesser und 28 cm Länge. Diese kleinere Flak dient zur Abwehr der tieffliegenden Jabos. Alle 3 dreh- und schwenkbaren Lafetten-Stellungen waren verbunden mit einem hölzernen Laufsteg. Eine einfache Baracke stand etwas abseits. Am alten Grombach (III), der heute völlig versiegt ist, war ein Zwei-Liter-RMW-Generator positioniert. Dieser versorgte den Lichtbogen an den Kohlenstäben des Scheinwerfers mit dem hochspannigen Strom. 200 Meter in Richtung Weingarten, war am Waldeck auf einem Stativ ein Scherenfernrohr von 2,50 bis 3 m Breite und 20 cm Durchmesser aufgestellt. Mit seinem optischen System der Zweistrahltechnik •konnte man exakt die Flughöhe der anfliegenden B-17G und Lancaster festlegen und somit die Explosionshöhe der Sprenggranaten einstellen. Die erworbene Luftbildaufnahme der US-Luftwaffe vom 10.3.1945 bestätigte diese mündlichen Angaben vollauf. Die deutsche Wehrmacht hatte die Anlage beim Abzug im April 1945 zerstört, die Alliierten später gesprengt. Mancher Untergrombacher holte hier Altmetalle und Funktionsteile, die Jungens aber interessierten u. a. die makkaroniähnlichen, schwarzen Pulverpakete in den Granaten, Munitionsreste in größerer Zahl, aber auch die vielen herumliegenden Ersatz-Kohlestäbe des Scheinwerfers. Bei diesem gefährlichen Sammeln, Hantieren und Zündeln kam es auch zu Verletzungen und Todesfällen. Dietmar Konanz

Heimatverein Untergrombach / 1.11.2009

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an die im Artikel genannte Einrichtung .

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